Azaleenstecklinge

Azaleenstecklinge

Jedes Jahr, wenn sich die Azaleenblüte dem Ende neigt, etwa Juni / Juli, ist eine Überarbeitung der Pflanzen unabdingbar. Was ist da naheliegender als von dem Schnittmaterial Stecklinge zu stecken?

Aus dem Schnittgut, das bei vielen in die grüne Tonne wandert, schneide ich wenige Zentimeter lange Stecklinge. Erfahrungsgemäß handelt es sich dabei um den Zuwachs aus dem vorherigen Jahr. Diese leicht verholzten Ästchen eignen sich am besten zur Stecklingsvermehrung. Dickere, größere Stecklinge bewurzeln schlechter. Und sollten nach dem Stecken zusätzlich fixiert werden. Die unteren Blätter an den Stecklingen werden entfernt. Das geht am einfachsten indem man sie entgegen der Wuchsrichtung nach unten drückt. In der Regel brechen sie dann ab. Vorteil dabei ist, dass aus den Blattachseln keine neuen Triebe entstehen. Beabsichtigt man eine tief ansetzende Verzweigung, entfernt man die Blätter mit einer Schere. Die dabei nicht beschädigte Blattachseln treiben u.U. erneut aus.

An den Triebspitzen sollten nur wenige Blätter verbleiben. Blätter, die an den Ästchen verbleiben fallen i.d.R. ab und fangen auf der Substratoberfläche an zu faulen. Wenn anschließend die Stecklinge auf die richtige Länge eingekürzt wurden, können sie gesteckt werden.

Hierzu ist ratsam mit einem kleinen Holzstab die Löcher vorzustechen. Die Verwendung von Bewurzelungshormen hat sich als positiv herausgestellt. Die Stecklinge bewurzeln jedoch auch ohne Hormone. - Die Stecklinge werden daraufhin in reines Kanuma gesteckt. Eine dünne Deckschicht mit einem Granulat (z.B. Lavagranulat) verhindert einen vorzeitigen unerwünschten, Bewuchs z.B. von Moos. (irgendwann bildet sich Moos, dann sind die Stecklinge allerdings verwurzelt und können beim Entfernen von Unkraut oder Moos nicht herausgerissen werden)

Die Stecklinge werden mit einer Folie oder einer Glasscheibe abgedeckt. Auch ein kleines Zimmergewächshaus bietet beste Bedingungen.


In der so genannten "gespannten Luft" kann unter optimalen Bedingungen innerhalb weniger Wochen eine Bewurzelung erfolgen. Allerdings ist es zwischen Erfolg und Misserfolg nur eine Gratwanderung!

Temperatur und Feuchtigkeit müssen optimal sein. Die Stecklinge sollten absolut keine Bewegung im Substrat haben. Dieser Umstand ist aufgrund der groben Struktur von Kanuma nur schwer umsetzbar. Deshalb siebe ich das Kanuma für die Stecklinge aus und verwende das verbliebene, grobe Substrat beim Umtopfen der Pflanzen.


Ich wünsche euch viel Erfolg

Josef

 

 

                           

                            

                                   

                                  

                                  

                                

                            

                            

 
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ein paar Wochen alt
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nach einem Jahr frisch getopft
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anhand der Blüte kann die Sorte bestimmt werden
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markierte Pflanzen können später ohne Blüte besser benannt werden
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nach zwei bis drei Jahren
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die Jungpflanzen legen schnell kräftig zu
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nach sechs bis sieben Jahren
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auch der Stamm entwickelt sich in wenigen Jahren

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