Jap. Zierquitte wird zum Mehrfachstamm

 Jap. Zierquitte wird zum Mehrfachstamm

Diese aus China und Japan stammenden Sträucher gehören zu dem schönsten und leichtesten zu kultivierenden früh im Frühjahr blühenden Bonsai. Die Blüten in Weiß, Rosa Orange und Rot zweigen sich an den noch unbelaubten Ästen. Bei diesem Beispiel handelt es sich um:
Chaenomeles xsuperba Pink Lady

Diese Jap. Zierquitte habe ich für 4,-€ gekauft und beim Arbeitskreistreffen im März 2013 Grundgestaltet. Beim einpflanzen in die Bonsaischale wurden die beiden zusätzlichen Stämme  sichtbar (eigentlich sollte es nur eine freiaufrechte Form werden).

Standort:  
Volle Sonne. In den kälteren Monaten Frostschutz.

Gießen und Düngen:  
Täglich während der Wachstumszeit und Übersprühen des Laubes außerhalb der Blütezeit. Sparsam im Winter wässern, aber die Erde nicht austrocknen lassen. Düngen, alle zwei Wochen vom Ende der Blütezeit bis zum Laubfall.

Erde:
1 Teil Lehm; 1 Teil Sand; 1 Teil Torf.

Umpflanzen:  
Alle 2 bis 3 Jahre, je nach Alter, im Frühjahr vor dem Austrieb. Ein Wurzelrückschnitt wird im Allgemeinen recht gut vertragen.

Formerhaltung:  
Das Dickenwachstum der Zierquitte ist sehr schwach. Aus diesem Grunde schneidet man die Jungpflanzen in den ersten 2 Jahren während der Vegetationszeit immer wieder kurz zurück, ohne Rücksicht auf den Blütensatz zu nehmen. Dadurch verliert die Zierquitte ihren sparrigen Wuchs, man erreicht eine reiche Verzweigung. Die Blüten erscheinen am zwei- und mehrjährigen Holz ( Kurztrieben ). Dieses Blühholz bleibt mehre Jahre am leben. Für maximale Blütenfülle läßt man die neuen Triebe unbeschnitten während des Sommers wachsen. In der Herbstmitte werden die diesjährigen Triebe bis auf zwei Knospen zurückgeschnitten. Entfernen Sie alle Wurzelschößlinge.

Drahten:  
Auf das Drahten, das während der gesamten Wachstumszeit möglich ist, läßt sich im Allgemeinen nicht verzichten.


Mehrfachstamm (Kabudachi)

Der Mehrfachstamm stellt eine Mischform aus Zweifachstamm und Waldform dar. Wie beim Zweifachstamm wachsen alle Bäume aus einer gemeinsamen Wurzel. Ihre Anordnung und Zahl entspricht der Waldform.

 

  • Vorbild
    Gehölze, die von der Natur aus dazu neigen, mehrere Stämme aus einem Wurzelstock auszutreiben.
  • Bevorzugte Bonsaischalenform
    Flach, oval, länglich, eckig.
  • Positionierung des Baumes
    Leicht außermittig.
  • Wurzelansatz (Nebari)
    Deutlich ausgeprägt, sternförmig nach außen gerichtet.
  • Stämme
    Sind verschieden hoch in ungerader Anzahl, meistens leicht nach außen geneigt. Unterschiedliche Stammdicken abhängig von der jeweiligen Stammhöhe, auch geneigte und windgepeitschte Formen sind möglich.
  • Äste
    Bei allen Stämmen nach außen gerichtet.
  • Krone
    Die Gesamtgestaltung hat eine Silhouette, die sich gegebenenfalls aus asymmetrischen Einzeldreiecken der einzelnen Stämme zusammensetzt

 

 Bilder der Chaenomeles xsuperba Pink Lady  von März bis April 2013 :

 

Reinhard Witte

 

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